Glossar

A-E

Alternierende Telearbeit
Diese Form der Telearbeit wird in der betrieblichen Praxis sehr häufig umgesetzt. Sie beinhaltet neben der Arbeit im Home-Office zusätzlich feste Präsenztage im Unternehmen. Auf diese Weise werden auch die möglichen Gefahren dieser Arbeitsform minimiert (Verlust der sozialen Bindungen im Unternehmen, schlechter Informationsfluss, Karrierehemmnisse).

Ampelkonto
Das Ampelkonto ist als Steuerungsinstrument für flexible Arbeitszeitgestaltung zu verstehen und liefert neben der Erfassung der tatsächlichen Arbeitszeit die notwendigen Regelungen für den Umgang mit den unterschiedlichen Zeitsalden. Grundlegend ist es in eine rote, eine gelbe und eine grüne Phase eingeteilt. Innerhalb der grünen Phase können die Beschäftigten eine vorher festgelegte Anzahl an Plus- oder Minusstunden leisten und eigenverantwortlich verwalten. In der gelben Phase wird die vereinbarte Zahl an Plus- oder Minusstunden über- oder unterschritten, d. h. die Beschäftigten vereinbaren mit der Gruppe oder den Vorgesetzten Maßnahmen, um das Konto auszugleichen. In der roten Phase analysieren Vorgesetzte und Beschäftigte gemeinsam, wie der hohe Zeitkontosaldo ausgeglichen wird.

Arbeitsbereitschaft
Unter Arbeitsbereitschaft wird nach Bundesarbeitsgericht (BAG) die „Zeit der wachen Achtsamkeit im Zustande der Entspannung“ verstanden. Arbeitnehmer sind verpflichtet, sich ohne Verrichtung konkreter Tätigkeiten am Arbeitsplatz aufzuhalten, um die Arbeit bei Bedarf aufnehmen zu können. Arbeitsbereitschaft ist Teil der regulären Arbeitszeit.

Arbeitszeit
Arbeitszeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes ist die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne Ruhepausen. Arbeitszeiten bei mehreren Arbeitgebern sind zusammenzurechnen (§ 2 Abs. 1 S. 1 ArbZG).

Arbeitszeitdauer
Die Arbeitszeitdauer wird zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten arbeitsvertraglich vereinbart. Die werktägliche (jeder Kalendertag, der kein Sonntag oder gesetzlich festgelegter Feiertag ist) Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden. Die Verlängerung des Ausgleichszeitraumes gem. Tarifvertrag ist entsprechend möglich.

Arbeitszeitflexibilisierung
Die flexible Arbeitszeit wird vor allem durch die Variabilität der Dauer und Lage sowie des Dispositionsspielraumes von Arbeitnehmer und Arbeitgeber bestimmt.

Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse
Die Arbeitszeit von Nacht- und Schichtbeschäftigten ist gem. § 6 ArbZG nach gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen über die menschengerechte Gestaltung der Arbeit zu organisieren.

Arbeitzeitgesetz
Die Grundlage zur Gestaltung der Arbeitszeit liefert das Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Zweck des Gesetzes ist es, die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten bei der Arbeitszeitgestaltung zu gewährleisten und die Rahmenbedingungen für flexible Arbeitszeiten zu verbessern sowie den Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage als Tage der Arbeitsruhe zu schützen. Das Arbeitszeitgesetz legt generell die Arbeitszeit sowie Ruhepausen und Ruhezeit fest und macht Aussagen über die Gestaltung der Nacht- und Schichtarbeit.

Arbeitszeitkonto
Das Arbeitszeitkonto ist ein Erfassungsinstrument der Arbeitszeit und gibt den Stand, der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden wieder. Dieser Stand kann Plus- bzw. Minusstunden aufweisen, die je nach Vereinbarung in einem definierten Ausgleichszeitraum ausgeglichen werden.

Arbeitszeitmodelle
In Arbeits- und Tarifverträgen sowie Betriebsvereinbarungen ist die regelmäßige (individuelle, betriebliche, tarifliche) Arbeitszeit, meist als Wochenarbeitszeit, festgelegt, die alle Beschäftigten ableisten müssen. Es gibt eine Reihe von Modellen zur Gestaltung der Arbeitszeit, zur Entkopplung von Arbeits- und Betriebszeit, die einerseits dem Unternehmen optimale Nutzung seiner Ressourcen und andererseits den Beschäftigten optimale Zeitspielräume bieten sollen.

Arbeitszeitverteilung
Mit der Arbeitszeitverteilung werden Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit festgelegt und auf die verschiedenen Tage, Wochen und Monate verteilt. Die Verteilung der vereinbarten Arbeitszeitdauer der einzelnen Beschäftigten ist mitbestimmungspflichtig.

Aufzeichnungspflicht
Nach § 16 Abs. 2 des ArbZG sind Arbeitgeber dazu verpflichtet, die über die werktägliche Arbeitszeit von 8 Stunden pro Tag (§ 3 Satz 1 ArbZG) hinausgehende Arbeitszeit der Beschäftigten aufzuzeichnen. Außerdem ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Aufzeichnungen mindestens zwei Jahre aufzubewahren.

Bandbreitenmodelle
Bei Bandbreitenmodellen wird eine Schwankungsbreite der täglich oder wöchentlich zu leistenden Arbeitszeit mit Höchst- oder Niedrigzeiten vereinbart. Die Beschäftigten müssen dabei die vertragliche Arbeitszeitdauer durchschnittlich erreichen.

Bereitschaftsdienst
Im Bereitschaftsdienst müssen sich Beschäftigte (im Gegensatz zur Rufbereitschaft) an einem vom Arbeitgeber bestimmten Ort aufhalten, um unverzüglich die Arbeit aufnehmen zu können. Bereitschaftsdienst gehört seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zur Arbeitszeit.

Besetzungsplan
Im Besetzungsplan wird geregelt, wie viele und welche Beschäftigte mit welchen Qualifikationen, wann und wo innerbetrieblich eingesetzt werden.

Betriebszeit
Während der Betriebszeit werden im Betrieb unter Einsatz der Betriebsmittel (Maschinen, Geräte etc.) und des Personalvermögens (Qualifikation und Motivation des Personals) Leistungen erbracht.

Circadiane Rhythmik

Der circadiane (lat.: circa = ungefähr, dies = Tag) oder biologische Rhythmus des Menschen unterliegt im Tagesverlauf kontinuierlichen Aktivitätsschwankungen. Dies beeinflusst die Leistungsfähigkeit des Beschäftigten und sollte bei der Verteilung der Arbeitszeit berücksichtigt werden.

Diskontinuierliche Schichtarbeit
Bei der diskontinuierlichen Schichtarbeit liegt die Betriebszeit unter 168 Stunden pro Woche. Das Wochenende oder auch nur der Sonntag können arbeitsfrei sein.

Erweiterte Funktionszeit
Um extreme Auftragsspitzen zu bearbeiten oder persönliche Interessen zu berücksichtigen, kann eine Unterform des Gleitzeitmodells genutzt werden: die erweiterte Funktionszeit, die im Rahmen der Funktionszeit (siehe Funktionszeit) um eine Ein- und Ausgleitspanne erweitert wird.

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