Praxisbeispiel

Goethe-Apotheke in Wetter-Grundschöttel

Goethe-Apotheke
www.goethe-apotheke-wetter.de

Arbeitszeitmodell
Vertrauensarbeitszeit mit Funktionszeiten
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Branche
Gesundheitswesen

Region
Wetter, Nordrhein-Westfalen

Unternehmensgröße
Kleines Unternehmen (1-49 Beschäftigte)

Ausgangssituation

Warum musste die Arbeitszeitgestaltung verändert werden?

Eine Potenzialberatung hatte Christian Kluge, Inhaber der Wetteraner Goethe-Apotheke in Grundschöttel, veranlasst, über ein neues Arbeitszeitmodell nachzudenken. Die alten Regelungen mit starren Kernarbeitszeiten entsprachen nicht immer den betrieblichen Anforderungen. Alle Mitarbeiterinnen kamen um 8.30 Uhr. Die Mittagszeit dauerte von 13.00 bis 15.00 Uhr und anschließend ging es weiter bis 18.30 Uhr. Am Samstag war durchgehend von 8.30 bis 13.00 Uhr geöffnet. „Wir hatten erkannt, dass wir zur falschen Zeit mit zu viel beziehungsweise mit zu wenig Personal besetzt waren“, so Christian Kluge. Außerdem wurde für zwei Mütter im Team die Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer schwieriger. In dieser Situation entschied sich der Apotheker für die Entwicklung eines neuen Arbeitszeitmodells, unterstützt von einem externen Berater, gefördert mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds.

Flexibilisierung

Welches Arbeitszeitmodell wurde im Unternehmen implementiert und warum?

Gemeinsam mit einem Beratungsunternehmen ging das Apotheken-Team das Thema Arbeitszeit an. Das gesamte 14-köpfige Apotheken-Team war hoch motiviert. In mehreren Treffen mit allen Beteiligten sammelte das Beratungsunternehmen Ideen und Vorschläge zur Optimierung der Arbeitsorganisation. Es gab auch Arbeitstreffen, die ohne den Chef stattfanden, um ganz unbeeinflusst Ideen zu entwickeln. In einer Analyse wurden Arbeitsplatzbeschreibungen erarbeitet und ganz konkret Aufgaben und Verantwortlichkeiten zugeteilt. So wurden beispielsweise der Telefondienst eindeutig geregelt und Verfahren für die Zusammenarbeit zwischen den beiden Bereichen Verkauf und Verwaltung in der Apotheke vereinbart.

„Zugleich haben wir beim Thema Arbeitszeit auf die bessere Koordination von Familie und Arbeitszeit geachtet“, berichtet Christian Kluge. Die jeweiligen Mitarbeiterinnen müssen jetzt nicht mehr bereits um 8.30 Uhr in der Apotheke sein. Sie können ihre Kinder in Ruhe in den Kindergarten bringen und kommen danach zur Arbeit. Dafür sind dann andere Mitarbeiterinnen ab 8.30 Uhr im Ladenlokal. Nach und nach konnten daraufhin alle ihre Arbeitszeiten flexibilisieren. Es stellten sich ganz unterschiedliche Ansprüche an die Arbeitszeit heraus. In einem fairen Aushandlungsprozess entstand so ein zuverlässiger Dienstplan.

Heute arbeitet das Team der Goethe-Apotheke nach dem Konzept der Vertrauensarbeitszeit innerhalb eines vorgegebenen Arbeitszeitrahmens mit Funktionszeiten. Die Mitarbeiterinnen notieren ihre Arbeitszeiten selbstständig auf einem Formular. Der Dienstplan wird unter den Kolleginnen selbst erstellt. Sie sind deswegen auch dafür verantwortlich, dass zu jeder Zeit ausreichend Personal mit der entsprechenden Qualifikation zur Verfügung steht. Doch wer nun den Dienst verrichtet, spielt keine Rolle mehr. In Wetter gilt es, die Vereinbarungen einzuhalten, die gesteckten Ziele zu erreichen und für einen reibungslosen Ablauf in Verkauf, Einkauf und Verwaltung zu sorgen. Plusstunden (maximal 20 Stunden) und Minusstunden (ebenfalls maximal 20 Stunden) müssen so zeitnah wie möglich ausgeglichen werden. Überstunden gibt es in diesem Arbeitszeitmodell nicht mehr und Plusstunden werden grundsätzlich in Freizeit ausgeglichen. Arbeitgeber Christian Kluge achtet darauf, dass die gesetzlichen Arbeitszeiten eingehalten werden.

Mit der zeitlichen Verantwortung ist auch der Zuständigkeitsbereich der Mitarbeiterinnen gewachsen. In regelmäßigen wöchentlichen Teamsitzungen wird der gesamte Einkauf bis hin zur Bestellung konkreter Produkte gemeinsam besprochen.

Ergebnisse

Welche Erfolge konnten auf Beschäftigten- und Arbeitgeberseite erzielt werden?

„Diese selbstbestimmte Einteilung der Arbeitszeit hat für einen großen Motivationsschub im Team gesorgt“, hat Christian Kluge beobachtet, „die Mitarbeiterinnen haben eine hohe Identifikation mit dem Unternehmen und wollen auch den Erfolg. Mit der neuen Vertrauensarbeitszeit können wir produktiver arbeiten und unser Angebot sogar noch ausweiten. Letztendlich haben wir uns selbst eine gute Ausgangsposition für eine erfolgreiche Zukunft geschaffen.“ Erst vor kurzem hat Betriebschef Christian Kluge eine zweite Apotheke gekauft. Für ihn war es keine Frage, das über die Jahre erfolgreiche Arbeitszeitmodell mit Zustimmung seiner Beschäftigten von Beginn an in seinem Zweitbetrieb einzuführen.

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