Welches Arbeitszeitmodell wurde im Unternehmen implementiert und warum?

Gemeinsam mit einem Beratungsunternehmen ging das Apotheken-Team das Thema Arbeitszeit an. Das gesamte 14-köpfige Apotheken-Team war hoch motiviert. In mehreren Treffen mit allen Beteiligten sammelte das Beratungsunternehmen Ideen und Vorschläge zur Optimierung der Arbeitsorganisation. Es gab auch Arbeitstreffen, die ohne den Chef stattfanden, um ganz unbeeinflusst Ideen zu entwickeln. In einer Analyse wurden Arbeitsplatzbeschreibungen erarbeitet und ganz konkret Aufgaben und Verantwortlichkeiten zugeteilt. So wurden beispielsweise der Telefondienst eindeutig geregelt und Verfahren für die Zusammenarbeit zwischen den beiden Bereichen Verkauf und Verwaltung in der Apotheke vereinbart.

„Zugleich haben wir beim Thema Arbeitszeit auf die bessere Koordination von Familie und Arbeitszeit geachtet“, berichtet Christian Kluge. Die jeweiligen Mitarbeiterinnen müssen jetzt nicht mehr bereits um 8.30 Uhr in der Apotheke sein. Sie können ihre Kinder in Ruhe in den Kindergarten bringen und kommen danach zur Arbeit. Dafür sind dann andere Mitarbeiterinnen ab 8.30 Uhr im Ladenlokal. Nach und nach konnten daraufhin alle ihre Arbeitszeiten flexibilisieren. Es stellten sich ganz unterschiedliche Ansprüche an die Arbeitszeit heraus. In einem fairen Aushandlungsprozess entstand so ein zuverlässiger Dienstplan.

Heute arbeitet das Team der Goethe-Apotheke nach dem Konzept der Vertrauensarbeitszeit innerhalb eines vorgegebenen Arbeitszeitrahmens mit Funktionszeiten. Die Mitarbeiterinnen notieren ihre Arbeitszeiten selbstständig auf einem Formular. Der Dienstplan wird unter den Kolleginnen selbst erstellt. Sie sind deswegen auch dafür verantwortlich, dass zu jeder Zeit ausreichend Personal mit der entsprechenden Qualifikation zur Verfügung steht. Doch wer nun den Dienst verrichtet, spielt keine Rolle mehr. In Wetter gilt es, die Vereinbarungen einzuhalten, die gesteckten Ziele zu erreichen und für einen reibungslosen Ablauf in Verkauf, Einkauf und Verwaltung zu sorgen. Plusstunden (maximal 20 Stunden) und Minusstunden (ebenfalls maximal 20 Stunden) müssen so zeitnah wie möglich ausgeglichen werden. Überstunden gibt es in diesem Arbeitszeitmodell nicht mehr und Plusstunden werden grundsätzlich in Freizeit ausgeglichen. Arbeitgeber Christian Kluge achtet darauf, dass die gesetzlichen Arbeitszeiten eingehalten werden.

Mit der zeitlichen Verantwortung ist auch der Zuständigkeitsbereich der Mitarbeiterinnen gewachsen. In regelmäßigen wöchentlichen Teamsitzungen wird der gesamte Einkauf bis hin zur Bestellung konkreter Produkte gemeinsam besprochen.